Was Tandempiloten verdienen — und wie man richtig abrechnet
Pro Flug, pro Tag oder Umsatzbeteiligung: die drei Abrechnungsmodelle im Tandembetrieb, was sie mit dem Verhalten der Piloten machen, und die Kennzahl, die entscheidet.
Jeder Tandembetrieb regelt das, und fast keiner regelt es bewusst. Es entsteht in der ersten Saison aus dem, was sich gerade fair angefühlt hat, und bleibt dann — auch wenn sich der Betrieb verdreifacht.
Es gibt drei Modelle. Jedes verändert leise, wie deine Piloten sich verhalten.
1. Pro Flug
Ein fester Betrag je Tandem. Im Alpenraum üblich: 60–85 €, meist 70–80 €, oft mehr, wenn Foto und Video dabei sind.
Stärke. Es ist das einzige Modell, das ein Pilot nachrechnen kann, ohne deine Bücher zu sehen. Er zählt seine eigenen Flüge. Das wiegt schwerer, als Betriebe denken: ein Tandempilot ist kein Angestellter, er fliegt für drei Firmen, und eine Zahl, die er nicht prüfen kann, akzeptiert er nicht.
Schwäche. Der um elf abgesagte Tag bringt ihm nichts. Neunzig Minuten Anfahrt, warten, heimfahren. Dreimal so, und er geht an Grenztagen nicht mehr ans Telefon — genau an den Tagen, an denen du jemanden brauchst.
Abhilfe: eine kleine Antrittspauschale. 20–30 € für das Erscheinen an einem abgesagten Tag. Über die Saison kostet das fast nichts und sichert dir den knappen Samstag.
2. Pro Tag
Ein Tagessatz, typisch 150–250 €, unabhängig von der Anzahl der Flüge.
Stärke. Planbar für beide Seiten. An schlechten Tagen streitet niemand.
Schwäche. An guten Tagen teuer — und schlimmer: der Anreiz für den achten Tandem um achtzehn Uhr fällt weg. Der Pilot mit Flugpauschale hängt ihn noch dran. Der Pilot mit Tagessatz packt zusammen.
Genau dieser letzte Flug ist oft der profitabelste des Tages: der Bus steht schon da, der Gast hat schon bezahlt.
Abhilfe: Tagessatz plus Flugprämie ab einer Schwelle. Tagessatz für die ersten vier, danach pro Flug.
3. Umsatzbeteiligung
Der Pilot bekommt einen Anteil des Gastpreises, meist 40–50 %.
Stärke. Alles zieht in dieselbe Richtung. Wer das Fotopaket verkauft, verdient mehr — also bietet er es auch an. Betriebe mit diesem Modell haben sichtbar höhere Durchschnittserlöse pro Tandem.
Schwäche. Der Pilot sieht, was der Gast gezahlt hat. Damit sieht er deine Marge bei jeder Agenturbuchung, auch bei den vergünstigten Paketen. Viele Betriebe merken hier, dass sie dieses Gespräch nicht führen wollten.
Abhilfe: Anteil am Listenpreis statt am tatsächlichen Preis. Der Pilot bekommt 45 % des Normalpreises, egal wie die Buchung hereinkam. Den Rabatt trägst du, und der Agenturvertrag bleibt deine Sache.
Die Kennzahl, die entscheidet
Rechne aus, wie viel Prozent deines Umsatzes an die Piloten geht.
In einer Modellsaison aus echten Alpen-Kennzahlen — 557 Tandems, 83.190 €, Piloten mit 70–80 € pro Flug — waren es rund 47 %. Das ist der Richtwert. Deutlich unter 40 % und du verlierst demnächst einen Piloten an den Betrieb im Nachbartal. Über 55 % und ein nasser Juni tut weh.
Entscheidend ist nicht, welches Modell du wählst. Entscheidend ist, dass die Zahl jeden Monat auf demselben Weg entsteht und dass der Pilot sie prüfen kann, ohne dich zu fragen.
Wo es tatsächlich schiefgeht
Fast nie am Satz. An der Abrechnung.
Der typische Ablauf: der Tag landet im Heft oder in einer WhatsApp-Gruppe, der Monat endet, jemand rekonstruiert, wer was geflogen ist, und bei zwei Flügen gibt es Unstimmigkeiten. Einmal wird zugunsten des Betriebs entschieden, einmal zugunsten des Piloten — und beide halten den anderen fortan für schlampig.
Drei Saisonen davon, und ein guter Pilot fliegt woanders.
Die Lösung ist unspektakulär: der Tag muss am selben Tag abgeschlossen werden, von dem, der dabei war, und der Pilot muss seine eigene Zeile sehen können. Nicht deine Bücher — seine Zeile.
Genau darauf ist TandemHQ gebaut: der Betrieb führt sein Buch, der Pilot seines, und das Einzige, was sich kreuzt, ist „wer hat diese Schicht geflogen". Niemand muss sich auf ein Gedächtnis verlassen, und niemand muss seine Marge offenlegen.
Kurze Checkliste
- Schreib den Satz auf. Zur Not in einer Nachricht. Unnotierte Sätze verschieben sich.
- Bezahl den abgesagten Tag, wenigstens ein wenig.
- Kläre vor der Saison, wem das Foto- und Videogeld gehört — nicht im August.
- Schliess den Tag am selben Tag ab.
- Lass den Piloten seine Zeile sehen, ohne dass er fragen muss.